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70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus

Städtisches Gedenken auf dem STALAG-Friedhof
Norbert Müller MdB (l.)
Anita Tack MdL, Erik Scheidler (Vorsitz Stadtfraktion) und Landrätin Kornelia Wehlan (v.r.n.l.)
Trauermarsch auf dem Waldfriedhof, angeführt von Jürgen Akuloff (Vorsitz Kreistagsfraktion), Landrätin Kornelia Wehlan, Felix Thier (Vorsitz Kreisverband) und Erik Scheidler (Vorsitz Stadtfraktion) (v.r.n.l.)
Mahnende Worte von Dr. Heidemarie Migulla
Ehrenhain am Stadtpark Luckenwalde

"Wir verneigen uns voller Dankbarkeit und Demut vor allen Menschen, die dafür gekämpft haben, die Welt vom Nazi-Faschismus zu befreien", erklärt Christian Görke, Landesvorsitzender der Brandenburger LINKEN, zum 70. Jahrestag der Befreiung am 8. Mai 2015. Görke weiter: "Wir danken allen Soldaten, die dazu beigetragen haben, das verbrecherische Hitler-Regime zu beenden und damit die Grundlage für eine friedliche Entwicklung in Europa zu schaffen. Wir trauern um alle Toten, die durch den von Deutschland angezettelten Weltkrieg und für die Befreiung sterben mussten. Angesichts des unermesslichen Leides, das Deutschland damals über die Menschheit gebracht hat, bleibt der Kampf gegen Faschismus, Antisemitismus, Rassismus und für Frieden eine wohl immerwährende Aufgabe aller Demokratinnen und Demokraten.“

Um die Erinnerung an das Kriegsgeschehen und insbesondere an die Opfer aufrecht zu erhalten, hat der Brandenburger Landtag in der vergangenen Woche den 8. Mai zum offiziellen Gedenktag erklärt. „Das ist aus meiner Sicht ein wichtiges Zeichen, um den ‚Tag der Befreiung‘ im öffentlichen Bewusstsein zu erhalten, gerade auch für künftige Generationen, die nicht mehr auf die unmittelbaren Erfahrungen und Informationen von Zeitzeugen zurückgreifen werden können“, so der Landesvorsitzende der LINKEN. 

Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus, der Tag des Sieges über die unmenschliche Barbarei. Die Alliierten siegten über den deutschen Faschismus, beendeten millionenfaches Morden, das Leiden und die Verfolgung Andersdenkender, Andersglaubender, Anderslebender. Als LINKE sind wir dem kommunistischen und dem sozialistischen Widerstand historisch besonders verbunden, in dessen Traditionslinie wir uns sehen. Aber wir verneigen uns ebenso mit tiefem Respekt vor allen anderen politischen Strömungen des Widerstands gegen das Hitler-Regime.

Mit dem 8. Mai 1945 endete nicht nur ein fast sechsjähriger Krieg in Europa, der von Deutschland vom Zaun gebrochen wurde und Millionen von Toten forderte. Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht endete auch das zwölfjährige Terrorregime der Nazis in Deutschland und den besetzten Ländern, das so konsequent wie unmenschlich unzählige Menschen aus unterschiedlichen Gründen - so der Herkunft, Weltanschauung, Religionszugehörigkeit, körperlichen Beeinträchtigung oder sexuellen Orientierung - verfolgte, verschleppte, ausbeutete und ermordete. Die völkische Naziideologie bildete die Richtschnur für die Unterdrückung und Vernichtung von Millionen von Menschen, die nicht deren Weltbild entsprachen. Der Sieg der Alliierten über die Nazis und die Erinnerung an die Opfer des Krieges und der Shoa, an den antifaschistischen Widerstandskampf sind uns nicht nur Mahnung, sondern tägliche Herausforderung.


Die Genossinnen und Genossen unseres Stadtverbandes gedachten an mehreren Orten dem 70. Jahrestag der Befreiung. Begonnen wurde mit der Gedenkstunde der Stadt Luckenwalde auf dem Friedhof des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers STALAG IIIA. Worte des Gedenkens sprach der stellv. Bürgermeister, Peter Mann. Begleitet wurden unsere rund 20 Vertreterinnen und Vertreter der LINKEN von Bundestagsmitglied Norbert Müller, der Landtagsabgeordneten Anita Tack und Landrätin Kornelia Wehlan. Damit war unsere Delegation auch schon die mit Abstand größte, andere Parteien waren gerade einmal, trotz öffentlichem Aufruf und extra eingerichtetem Bus-Shuttle, mit "Rumpfmannschaften" anwesend. Leider mussten wir auch noch mit Entsetzen feststellen, dass wir als LINKE die einzigen waren, die neben dem offiziellen Gebinde der Stadt Luckenwalde überhaupt noch etwas an Blumen am Gedenkstein niederlegten!

Im Anschluss daran ging es für uns zum benachbarten Gräberfeld für die sowjetischen Soldaten. Auch hier legten wir wiederum allein unser Gebinde nieder. Die anderen Parteien versammelten sich lieber in der Kirche zur Andacht hinter dicken Mauern. Für uns kam das nicht infrage! Bewusst im Gegensatz dazu hatte unser Stadtverband zum öffentlichen Gedenken auf dem Waldfriedhof aufgerufen. Am dortigen sowjetischen Ehrenfeld versammelten sich so rund 50 Bürgerinnen und Bürger, besonders erfreulich für uns war auch die Teilnahme russischer Spätaussiedler, die unserer Einladung gefolgt waren. Mit diesem Personenkreis war die Gedenkveranstaltung der LINKEN bald doppelt so groß, wie das städtische Gedenken aller Parteien auf dem STALAG davor. Kein Ruhmesblatt für die anderen politischen Kräfte der Kreisstadt Luckenwalde!

Unser Erinnern auf dem Waldfriedhof bestand aus dem Niederlegen unseres Gebindes am zentralen Gedenkstein. Mahnende Worte sprach die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Luckenwalde, Dr. Heidemarie Migulla (DIE LINKE). Im Anschluss daran, zum Trauermarsch "Unsterbliche Opfer", legten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre mitgebrachten Blumen an den Grabsteinen der Soldaten nieder. Nach Abschluss dieser sehr würdevollen Veranstaltung, zu der uns explizit Worte des Dankes von den ehemaligen russischen Staatsbürgern ausgesprochen wurden, ging es für einige unserer Genossinnen und Genossen noch zum Ehrenhain am Luckenwalder Stadtpark. Auch am dortigen Mahnmal legten wir selbstverständlich ein Gebinde der LINKEN nieder.

Überall war dabei ein Tenor in unseren Gedanken:

                                                       Nie wieder Krieg!

Das muss drin sein. Arbeit, von der man leben kann.

DIE LINKE. Teltow-Fläming lud zum 25. Familienfest - ein Vierteljahrhundert ist voll!

Und wieder einmal das Wetter: Noch am Vormittag hatte es immer wieder bei dichter Bewölkung kaum Sonne gegeben, recht kühl war es außerdem. Doch Punkt 14 Uhr zur Eröffnung unseres nunmehr 25. Familienfestes konnte DIE LINKE. Teltow-Fläming durch ihren Vorsitzenden, Felix Thier, nicht nur die Besucherinnen und Besucher, sondern auch die Sonne auf dem Luckenwalder Boulevard begrüßen.

Felix Thier, der als Kreisvorsitzender in diesem Jahr erneut das Fest eröffnete und daran erinnerte, dass das Familienfest unserer Partei nunmehr schon ein Vierteljahrhundert alt geworden ist, betonte in seiner kurzen Rede, dass unsere diesjährige Maifeier ganz im Zeichen der zu diesem Tag bundesweit von unserer Partei gestarteten Kampagne "Das muss drin sein!" steht. Die Wirtschaft brummt, die Steuern sprudeln, Minister Schäuble lässt sich für seine schwarze Null im Haushalt feiern. Und bei den Menschen: Befristete Arbeitsverträge, Minijob und Leiharbeit. „Das muss drin sein!“ richtet sich klar gegen die Prekarisierung der Lebensverhältnisse. Das Einkommen muss zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben reichen. Wir sagen, Selbstverständlichkeiten wie eine planbare Zukunft und soziale Absicherung, müssen tatsächlich wieder selbstverständlich werden. 

Und auch auf die aktuelle Flüchtlingsdebatte ging Felix Thier ein: Armut und Ausbeutung gehören neben Krieg und politischer Verfolgung zu den häufigsten Fluchtursachen. Wer will, dass die Menschen nicht zur Flucht gezwungen werden, muss dafür sorgen, dass in den Herkunftsländern das Elend aufhört. Für DIE LINKE ist es selbstverständlich, auch am internationalen Tag der Arbeiterbewegung ebenso für jene einzutreten, die auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung, Ausbeutung und Hunger auch nach Teltow-Fläming kommen. Wir heißen die Flüchtlinge ausdrücklich willkommen, denn ein soziales, gerechtes und demokratisches Land kann es nur geben, wenn niemand, der hier lebt, ausgegrenzt wird!

Neben unserem mittlerweile schon traditionellen Programm mit Live-Musik der »Lustigen Beelitzer« und von "Josi & Chris", den Pflastertretern aus Nuthe-Ustromtal und der Funkengarde des Luckenkiener Karneval Klubs sowie der beliebten Tombola, Kaffee und Kuchen, Antiquariat mit Büchern, Schallplatten und CD’s hatten wir auch wieder ein Quiz mit Sachpreisen für unsere Besucherinnen und Besucher vorbereitet. In unserem Abgeordnetenzentrum konnte man mit Vertretern aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik ins Gespräch kommen, die Landrätin Kornelia Wehlan, unser Bundestagsabgeordneter Norbert Müller, Landtagsmitglied Anita Tack und Nuthe-Urstromtals Bürgermeisterin Monika Nestler waren vor Ort. Die Info-Stände von Vereinen, Verbänden und Gewerkschaften luden ebenso zum Verweilen ein - so kam auch nach 25 Jahren wieder keinerlei Langeweile auf.

Text und Fotos: Felix Thier & Sabine Gumpel

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