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Auch zu empfehlen: Das neue Buch von Petra Pau - Gott hab sie selig.

Monika Krause, Nuthe-Urstromtal

Petra Pau – »Gottlose Type. Meine unfrisierten Erinnerungen«

Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau, war zur Lesung am 30. August Gast im Kulturquartier Jüterbog.

So kurz vor der Wahl erwartete ich eine etwas gestresste Autorin und Politikerin. Fehlanzeige. Petra Pau wirkte ruhig, konzentriert und ausgeglichen.

Zur Einstimmung auf die Lesung führte LINKEN-Bundestagskandidat Tobias Bank ein kurzes Gespräch mit ihr über ihre Aufgaben im Bundestag, speziell als Vizepräsidentin. Für jedermann verständlich, ehrlich und humorvoll beschrieb sie ihr umfangreiches Aufgabengebiet. Mich hat sehr beeindruckt, wie es ihr gelingt, den Bundestag, und somit die Bundesrepublik Deutschland, nach innen und nach außen zu vertreten und gleichzeitig ihre linke Überzeugung einzubringen. Dazu braucht man nicht nur umfangreiches Wissen, sondern Überzeugungskraft, Stehvermögen, Kompromiss- und Toleranzbereitschaft. Über all das verfügt Petra Pau, das wurde an diesem Abend deutlich.

»Ich bin leidenschaftliche Parlamentarierin und Demokratin geworden.« Sie legt Wert darauf zu verdeutlichen, dass das ein ständiger Lernprozess war und ist. Sie hat sich den Auseinandersetzungen gestellt. Der westgeprägte Einigungsprozess, die immer stärker wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, das Erstarken des Rechtsextremismus – gegen all diese Probleme kämpft sie leidenschaftlich und faktenreich. Das brachte ihr den Zuruf von Peter Ramsauer (CSU) im Bundestag ein: «Gottlose Type«.

Vor dem Tisch, an dem Petra Pau an diesem Abend sitzt, steht ein Spezial-Aktenkoffer. Heiter erzählt sie zu diesem Koffer eine Geschichte aus ihrem Bundestagsalltag. 2002 schafften es zur Bundestagswahl nur Petra Pau und Gesine Lötzsch als Direktgewählte der damaligen PDS in den Bundestag. Die Regelung in einem solchen Fall sah vor: kein Tisch, kein Telefon im Plenarsaal. Ein unhaltbarer Zustand für die parlamentarische Arbeit: Akten und Schreibutensilien auf den Knien bzw. auf dem Fußboden. Es bestand kein Anrecht und das wurde kleinlich durchgesetzt. Abhilfe schafften Freunde, die Petra Pau 2002 zum Geburtstag diesen Aktenkoffer mit eingebautem Klapptisch schenkten. Diesen Klapptisch mit Aktenkoffer musste man ihr im Plenarsaal lassen. Der Koffer enthielt ihre persönlichen Akten als Bundestagsabgeordnete und die sind unangreifbar.

Über ihren plötzlichen Stimmverlust von 2010–2015, ihre Ängste, ihre anfängliche Verzweiflung, ihre Behandlung und den langsamen Genesungsverlauf sprach sie sehr offen. Sie erhielt parteiübergreifend im Parlament menschliche Hilfe.

Nach diesem interessanten Gespräch ging Petra Pau zur Lesung über. Ihr neues Buch hatte sie auch mitgebracht. »Gott hab sie selig. Neue Anekdoten von anomal bis digital«. Ihre Erinnerungen und Anekdoten; nachdenklich, satirisch, humorvoll.

Es war Freude und Genuss, ihr zuzuhören. Diese kleine Frau auf der Bühne – man spürte ihre Kraft und Energie. Man hört ihr gern zu. Sie bringt Aussagen auf den Punkt, ehrlich und direkt. Sie sagt von sich: »Ich bin ehrlich in der Sache, niemals persönlich verletzend«. Danke Petra Pau!


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