25. September 2017

Nach der Wahl: Kurz nachgefragt bei LINKEN-Kreiswahlkampfleiter Manfred Thier

Sitzverteilung im neuen Deutschen Bundestag

Die Bundestagswahl ist gerade abgeschlossen. Wie siehst du den Wahlkampfverlauf und die Ergebnisse?

Wir haben im Kreisverband einen sehr engagierten und bürgernahen Wahlkampf geführt, der durch die Teilung unseres Landkreises in drei Bundestagswahlkreise nicht einfach war. Dafür unser Dank und ganz besonders auch mein persönliches Dankeschön an alle drei DirektkandidatInnen und natürlich alle fleißigen HelferInnen.

Fast neun Monate Wahlkampf gestalten braucht viel Kraft und Übersicht sowie die notwendige Motivation. All dies haben wir uns gegenseitig gegeben und das ist lobenswert für unseren Kreisverband und alle SympathisantInnen. Besonders erfreulich ist das positive Gesamtergebnis auf Bundesebene. Die über 1.000 Neumitglieder sind fantastisch.

Dass unsere DirektkandidatInnen wieder mehr Erststimmen als Zweitstimmen erzielt haben, gibt mir aber zu denken. Fast 56.000 Zweitstimmen weniger im Land Brandenburg sprechen für sich.

In den anderen neuen Bundesländern (bis auf Berlin) schneidet die LINKE noch schlechter ab.

Was haben wir falsch gemacht? Nimmt man uns bestimmte Entscheidungen im Land übel oder sind wir nicht mehr an den Problemen der Menschen dran? Denken wir bitte über unsere Rolle als Protestpartei nach! Hier sollten wir tiefgründig analysieren.

Was bewegt Dich für zukünftige Wahlkämpfe?

Im Frühjahr 2019 erwartet uns wieder ein Wahlmarathon mit Europa-, Landtags- und Kommunalwahlen. Da sehe ich besonders zwei wichtige Aspekte:

  1. Unsere KandidatInnenfindung für die Kommunalwahlen muss jetzt schon beginnen und an sachbezogenen bürgernahen Inhalten festgemacht werden.
  2. Entscheidend für einen erfolgreichen Wahlkampf auf allen Ebenen wird sein, wie wir die Stimmungen und Meinungen in der Bevölkerung berücksichtigen. „Dem Volk auf´s Maul schauen“ ist eine alte Weisheit, die Grundlage unserer Politik und der Wahlkämpfe sein muss.