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1. März 2018

Afrikanische Schweinepest: Gefahr erkannt, aber nicht gebannt

„Um das Risiko für Menschen und Schwarzwild für die Ein- und Verschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu reduzieren, muss der Bund mehr tun. Davon auszugehen, dass Fleisch und roh verarbeitete Wurstwaren nicht aus ASP-Restriktionszonen importiert werden, ist realitätsfern angesichts der diversen Skandale, z. B. zu Pferdefleisch in der Lasagne oder Gammelfleisch. Dasselbe gilt für das Risiko durch importiertes Wildbret oder Trophäen aus dem Jagdtourismus. Angesichts der schwerwiegenden Folgen von Fehlverhalten ist hier Vertrauen fahrlässig.", kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE die Antwort der Bundesregierung auf ihre Kleine Anfrage „Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest" (Drs. 19/00555).

Tackmann weiter: „Die neue Erkenntnis aus dem Tierseuchengeschehen im Baltikum, dass hohe Schwarzwildpopulationen nicht nur das Risiko einer Weiterverbreitung, sondern auch einer längerfristigen Präsenz des Virus verstärken, ist alarmierend. Eine wirksame Reduktion der historisch hohen Schwarzwildbestände ist allerdings auch ohne ASP überfällig, muss aber jetzt viel konsequenter vorangebracht werden, aber zwingend durch tier- und waidgerechte Jagd. Da dies im gesellschaftlichen Interesse ist, sollte eine zeitweise Arbeitsfreistellung von Jagdausübungsberechtigten geprüft werden.

Die erneute Kleine Anfrage zur Afrikanischen Schweinepest zeigt, dass die Gefahr inzwischen ernst genommen wird bei den Behörden und in der Wissenschaft. Leider hat die Bundesregierung immer noch wichtige Kenntnislücken zu epidemiologischen und wildbiologischen Sachverhalten, z. B. zum Umfang von Tiertransporten, Import von potenziellen Risikomaterialien oder Kapazitäten von Tierkörperbeseitigungsanlagen. Die Frage nach Risikostrukturen in der Tierhaltung wird überhaupt nicht beantwortet.

Wir hoffen alle, dass der Kelch an uns vorüber geht, aber wir müssen alle Eventualitäten für den Seuchenfall umfänglich klären."