Grundsatzbeschluss zum Erhalt des Freibades Elsthal

Standpunkt der Fraktion DIE LINKE. in der Stadtverordnetenversammlung Luckenwalde

Mit unserem Antrag wollen wir einen Grundsatzbeschluss zum Erhalt des Handwerkerbades Elsthal und dass die jetzigen Aktivitäten der Verwaltung in eine Form überführt werden, die die Entwicklung eines Campingplatzes mit dem Freibad Elsthal vereinbar gestalten.
Die notwendigen Finanzen sollen in der zukünftigen Finanzplanung der Stadt dargestellt werden.

Der Teil unseres Antrages zur Vereinbarkeit eines Campingplatzes mit dem Freibad Elsthal ist ein Prüfauftrag, da gegenwärtig noch nicht klar benannt werden kann, in wie weit sich der Flächenbe- darf, die naturräumlichen Gegebenheiten und die notwendigen Bodenoberflächenbefestigungen für einen Campingplatz an dieser Stelle überhaupt einrichten lassen.

Wir wollen diesen Grundsatzbeschluss auch deshalb, weil es für uns nicht verständlich ist, warum die Verwaltung nur auf das Pferd Naturbad setzt und nicht die Variante zum Erhalt des Freibades in seiner jetzigen Form prüfen will.
Die Fachkompetenz dafür ist vorhanden und mit den Fachämtern in die notwendigen
Bahnen zu bringen:

  • Nach unseren Informationen sind die Pumpen im Elsthal in Ordnung. Auch wurde uns vermittelt, dass damals die Aggregate aus dem Freibad „X. Weltfestspiele“ ordentlich und sachgerecht eingelagert wurden und, da mit ähnlicher Technik betrieben, sicherlich auch kurzfristig auf das eine oder andere Ersatzteil zurückgegriffen werden kann. Natürlich sollte man in diesem Zusammenhang auch alle Möglichkeiten prüfen, um den neuesten technischen Standard bei der Wasseraufbereitung zu sichern. Dazu sind mittelfristig Neuanschaffungen erforderlich. Bei einem Naturbad rechnet man von Beginn an laut Machbarkeitsstudie mit diesen.
  • Zu klein ist der Querschnitt des Brunnenrohrs im Elsthal. Dadurch dauert die Befüllung zu lange und sind höhere Reinigungsleistungen notwendig. Also muss als erstes kurzfristig das Brunnenrohr erneuert werden.
  • Dann die Zuleitungen von ca. 20 Metern Länge, die in 4 Meter Tiefe liegen. Das sind Metallrohre in denen sich im Winter Rost ansetzt, was auch wieder einen höheren Reinigungsaufwand erfordert. Daher müssten zweitens diese Zuleitungsrohre schnell erneuert werden.
  • Außerdem die Auskleidung des Beckens mit der Folie. Da gibt es heute Möglichkeiten zur Untergrundversiegelung, wo nach Einschätzung von Experten keine erheblichen Eingriffe in den Untergrund notwendig wären. Also entstehen drittens Kosten zur Untergrundversiegelung.
  • Und dann die Folie selbst, die für die nächsten 20 Jahre den Weiterbetrieb ermöglicht, was Hersteller heute garantieren. Als viertes kämen also die Kosten der Folie hinzu.
  • Die Umkleidekabinen im Elsthal stehen bei uns auch auf der Kostenseite. In der Machbarkeitsstudie für ein Naturbad sollen ja die Umkleiden vom Campingplatz genutzt werden. Also bedeutet das Neubau. Nicht beantwortet wird aber die Frage, was mit den unter Denkmalschutz stehenden Umkleiden im Freibad geschehen soll. Es ist ja bekannt, dass jeder einzelne Holzpfeiler der Umkleiden nummeriert ist und sich daraus auch Verpflichtungen für den Erhalt ergeben. Die fünfte Forderung ist also die Sanierung der Umkleidekabinen und Sanitäranlagen.

Fazit:
Wenn man also bedenkt, dass Kosten für Brunnenrohr, Rohrsystem für die Wasserzuleitung, Umkleiden und Sanitär auch bei einem Naturbad entstehen, ist die Frage der kostengünstigeren Variante ohne Vergleich heute nicht zu beantworten. Denn den Kosten für die neue Folie und die Untergrundversiegelung beim Freibad stehen Kosten für die großflächigen Naturraumeingriffe für ein Naturbad gegenüber.
Es ist bekannt, dass bei einer Wasseraufbereitung auf natürliche Weise für den Badbetrieb in der jetzigen Form eine zwei bis dreifach größere Fläche notwendig wäre. Auch das Bad müsste abgerissen und als Naturraum neu angelegt werden. Hinzu kommen Unwägbarkeiten, die sich aus den zukünftigen klimatischen Bedingungen ergeben und Einschränkungen für den Betrieb eines Naturbades bedeuten können. Dies hätte Auswirkungen auf die Besucherzahl, wo wir heute ja schon der Meinung sind, dass die 16.000 Besucher im Jahr, die für den Betrieb des Naturbades laut Machbarkeitsstudie zum Ansatz genommen wurden, nicht ausreichen. Wir haben nicht alle Besucherzahlen im Kopf – aber 2003 gingen beispielsweise 29.000 Besucher ins Freibad Elsthal.